Meldungen des Jahres 2012
Neu im April 2012
Druck, Hetze, Dauereinsatz: Der ganz normale Wahnsinn
Stresserkrankungen wie Burnout, Depressionen oder Angststörungen sind inzwischen Volksleiden – und allzu oft in den Betrieben "hausgemacht". In einigen Branchen geht es nur noch hektisch zu, Leistungswahn ist der Megatrend. Der enge Zusammenhang zwischen der Arbeitsqualität und der psychosozialen Gesundheit der Menschen wird nur noch von sehr hartnäckigen Zeitgenossen bestritten, die damit Arbeitgeberinteressen zu schützen glauben. Sie lassen dabei außer Acht, dass schlechte Arbeitsbedingungen, eine miese Arbeitskultur und unglückliche, kranke Beschäftigte auch kontraproduktiv sind für den wirtschaftlichen Erfolg. Die Fakten sehen so aus: Nahezu zwei Drittel der Menschen arbeiten seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit, gut die Hälfte hetzt durch ihren Arbeitstag und viele sind auch noch am Feierabend im Einsatz. Klar gilt das nicht für alle, aber der Trend weist für immer mehr Beschäftigte in diese Richtung. Den Nachweis erbringt die neue Repräsentativumfrage zum DGB-Index Gute Arbeit 2011. Dafür wurden diejenigen befragt, die es wissen müssen, nämlich die Beschäftigten selbst. Heraus kamen harte Fakten, Problembereiche und Fehlentwicklungen, etwa länger werdende Arbeitszeiten, mehr Arbeitshetze und permanente Leistungsverdichtung. Die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmt, die Regeneration von Körper und Geist leidet. Doch Erholung ist für die Gesundheit und die Balance ebenso unverzichtbar wie das großartige Gefühl der Bestätigung: Für heute bin ich fertig, meine Arbeit ist getan! Jetzt ist es an der Zeit, alarmierende Befunde als wertvolle Beiträge für die betriebliche Präventionsarbeit zu nutzen. Die Ergebnisse des DGB-Index sind ein Plädoyer dafür, an die Wurzeln des Übels zu gehen: krank machenden Arbeitsstress und schlechte Arbeitsbedingungen da zu bekämpfen, wo sie entstehen. Interessenvertretungen brauchen dafür die Unterstützung ihrer Gewerkschaften. Und die Politik ist am Zuge, die im Arbeitsschutzrecht klaffende Schutzlücke zu schließen - mit einer praxistauglichen Anti-Stress-Verordnung. Mehr dazu in unserer April-Ausgabe.
Mehr zum DGB-Index Gute Arbeit
Den engen Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und psychosozialer Gesundheit aufdecken: Dieses Anliegen verfolgt der Artikel von vier Autorinnen und Autoren, die allesamt dem Fachbeirat der DGB Index Gute Arbeit GmbH angehören. Sie betonen die Relevanz der repräsentativen Beschäftigtenbefragung und entwickeln aus den Ergebnissen der aktuellen Daten politische und rechtliche Konsequenzen - damit die Qualität der Arbeit wieder in den Fokus rückt. Den Beitrag als Volltext hier nachlesen.
Keine Gefährdungsbeurteilung? Schärfere Sanktionen!
Die Gefährdungsbeurteilung – inklusive der psychischen Belastungen – ist in der Praxis unzureichend verankert. Die ver.di-Bundesvorstandsmitglieder Elke Hannack und Lothar Schröder fordern Abhilfe – mit verschärften Sanktionsmöglichkeiten im Arbeitsschutzregelwerk. Denn zurzeit hat das Unterlassen der Gefährdungsbeurteilung kaum Konsequenzen. Mehr dazu in unserer April-Ausgabe.
Im Sommer die Raumtemperatur regulieren
Im kühlen Sommer 2011 war Hitze in Arbeitsräumen kaum ein Thema. Dennoch muss der Arbeitgeber Vorsorge treffen, das verlangt die Arbeitsstättenregel zur Raumtemperatur: Die Temperaturgrenze von bis zu 26 Grad C in Innenräumen ist einzuhalten. Schwieriger ist das zu erreichen, wenn dem Betrieb die Räume nicht gehören, sondern Büros und Hallen angemietet sind. Doch um präventive Lösungen kommt auch dann niemand herum, schreibt Rechtsanwalt Wolf-Dieter Rudolph in der April-Ausgabe.
Arbeitsbelastung hemmt die Innovationsfreude
Gute Arbeit ist für ein innovationsfreundliches Klima im Betrieb von großer Bedeutung. Schlechte Arbeitsbedingungen und Überforderung gehen zu Lasten der Arbeits- und Innovationskraft, der Wirtschaftsleistung und der Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Zum fünften Mal wurde das ver.di-Innovationsbarometer 2011 per Online-Umfrage erhoben. Betriebs- und Aufsichtsräte beanstanden unter anderem kaum Freiräume und Weiterbildungsangebote für die Beschäftigten. Unseren Beitrag über die Ergebnisse im April-Heft können Sie hier auch online lesen.
Alternde Babyboomer, mehr Behinderungen
Schwerbehinderte Menschen profitieren kaum vom Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt. Infolge des demografischen Umbaus – die Babyboomer altern – nimmt der Anteil von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben in den kommenden Jahren erheblich zu. Auch deren Arbeitslosigkeit steigt, denn den Älteren sind Wege in den Vorruhestand sozialpolitisch verbaut. Die meisten Behinderungen und Schwerbehinderungen werden im Laufe des (Erwerbs-)Lebens erworben, zum Beispiel durch arbeitsbedingte Erkrankungen. Eine aktuelle Analyse der Bundesagentur für Arbeit ergibt: Wer schwerbehindert, arbeitslos und älter ist, hat auch im Aufschwung nach wie vor schlechtere Arbeitsmarktchancen. Mehr dazu in unserer April-Ausgabe.
Weitere Themen im April
Die Ausgabe 4/2012 bietet weitere Beiträge zu aktuellen Themen wie
- Acht Millionen Menschen arbeiten für einen Niedriglohn
- Leiharbeit: Noch eine vernachlässigte Kontrollaufgabe des Staates
- Frauen haben nicht nur beim Gehalt das Nachsehen
- Applikation: Gefährdungsbeurteilung per iPhone?
Die Ausgabe 4/2011enthält außerdem wieder Buchtipps, zahlreiche Kurzmeldungen und Hinweise auf Seminare, Kongresse und Veranstaltungen, die sie hier auch online lesen können.
Neu im März 2012
Sucht am Arbeitsplatz – präventiv aufklären, früh intervenieren
Die moderne Arbeitswelt hat uns Belastungsspektren beschert, die Suchtproblematiken fördern. Nicht nur die psychischen Erkrankungen nehmen Jahr für Jahr dramatisch zu, auch der Missbrauch so genannter Psychostimulanzien ist auf dem Vormarsch. Im Dauerstress wird genommen, was beruhigt, dunkle Gedanken vertreibt oder aufputscht. Anderen fehlt das Ventil, den Hochdruck der Arbeitswelt abzulassen. Sie schießen sich für eine Weile heraus aus der Realität. Bei Suchtproblemen geht es um stoffliche Abhängigkeiten wie Alkohol-, Drogen- und Medikamentensucht. Daneben sind die nichtstofflichen Verhaltenssüchte nicht zu vergessen, etwa die Ess- und Magersucht, die Spiel- und Onlinesucht. Am Arbeitsplatz werden Suchtprobleme zu selten rechtzeitig angegangen: Kollegen und Vorgesetzte sehen weg, solange der "Laden läuft". Das so genannte Co-Verhalten, eine Gemengelage aus falscher Scham und Desinteresse, stabilisiert das Suchtverhalten. Doch das Blatt wendet sich, wenn die Folgen eskalieren: mit Unfällen, schwerwiegenden Arbeitsfehlern oder meuternden Kolleginnen und Kollegen. Viele Arbeitgeber reagieren dann überzogen mit der fristlosen Kündigung. Damit die Suchtprobleme im Arbeitsleben frühzeitig bearbeitet werden, ist eine betriebliche Suchtarbeit unverzichtbar – möglichst eingebettet in ein Gesundheitsmanagement: Dazu gehören die qualifizierte Suchtberatung, Präventionsprogramme, verantwortlich mitwirkende Vorgesetzte, aktive Interessenvertretungen sowie betriebsspezifische Stufenpläne, die ein Prozedere im Umgang mit Abhängigkeitserkrankungen festlegen. Suchtkranke brauchen Beratung und Behandlung, aber auch Druck zum Ausstieg aus der Abwärtsspirale. Betriebliche Aufklärung über die Gefahren trägt dazu bei, den schädlichen Konsum im Vorfeld einzudämmen. Und Betriebs- oder Personalräte brauchen im Arbeits- und Gesundheitsschutz einen Blick dafür, wo schlechte Arbeitsbedingungen und soziale Probleme eine Flucht in die Sucht begünstigen. Lesen Sie dazu unsere Beiträge im Themenschwerpunkt der März-Ausgabe.
Jede/r Zweite arbeitet auch am Wochenende, abends oder nachts!
Kevin allein zu Haus, Mama und Papa arbeiten atypisch. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist abends, nachts, samstags oder sonntags oder im Schichtsystem tätig. Und natürlich sind auch Beschäftigte ohne Kinder betroffen. Die so genannte Normalarbeitszeit mutiert zum Museumsstück. Das zeigen amtliche Daten der Bundesregierung. Mehr dazu in der März-Ausgabe.
Kettenbefristungen ohne Ende
In elf Jahren 13 befristete Arbeitsverträge! Eine Kölner Justizangestellte setzte sich dagegen zur Wehr. Zunächst allerdings ohne Erfolg. Mehrere, auch viele befristete Arbeitsverträge hintereinander, so genannte Kettenbefristungen, sind grundsätzlich statthaft, wenn dafür ein sachlicher Grund angegeben wird. So entschied in diesem Fall kürzlich der Europäische Gerichtshof. Zwar legten die Luxemburger Richter die Latte für die Stichhaltigkeit des Sachgrundes etwas höher, tasteten die weit verbreitete Befristungspraxis jedoch ausdrücklich nicht an. Das Urteil löste zu Recht kritische Reaktionen aus. Unseren Beitrag dazu im März-Heft können Sie hier auch online lesen.
Mehr Prävention statt Frühverrentung
Krankheitsbedingte Frühverrentungen grassieren. Dagegen helfen nur Betriebliches Gesundheitsmanagement, zielgenaue Prävention und Gesundheitsförderung. Aber was passiert konkret in den Betrieben und Verwaltungen? Viel zu wenig. Betriebliche Gesundheitsförderung gehört seit Langem zu den Aufgaben der Krankenkassen und Unfallversicherungsträger. Doch was bisher dafür ausgegeben wird, ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Und viel zu wenige Betriebe werden wirklich erreicht. In erster Linie sind das die ganz großen – zum Nachteil der Mehrheit der Beschäftigten. Lesen Sie dazu unseren Beitrag in der Rubrik "Prävention und Teilhabe" der März-Ausgabe.
Betriebsräte als Motor betrieblicher Gesundheitspolitik
Welche Faktoren fördern oder hemmen das Engagement der Interessenvertretungen in der betrieblichen Gesundheitspolitik? Dieser Frage ging eine Expertengruppe in einem Forschungsprojekt nach. Ihr Fazit: Betriebsräte können Motor eines solchen Prozesses sein und sind es faktisch auch häufig. Dazu müssen sie sich qualifizieren, um ihre weit reichenden Gestaltungsmöglichkeiten auch wahrzunehmen und das Thema Gesundheit zum Wohle der Beschäftigten, zum Vorteil des Betriebes und zum Erfolg für die eigene Arbeit besser zu nutzen. Eine nachhaltige betriebliche Gesundheitspolitik ist dabei eine gemeinsame Aufgabe aller betrieblichen Akteure und muss auch außerbetriebliche Akteure einbeziehen. Mehr dazu in der März-Ausgabe.
Wechsel in der Redaktion
Der verantwortliche Redakteur der "Gute Arbeit", Dr. Jürgen Reusch, hat die Zielgerade seines Arbeitslebens engagiert - und entspannt - absolviert: Er trat zum 1. März 2012 in den (Un-)Ruhestand, steht der Redaktion und dem Bund-Verlag aber auch künftig aktiv zur Seite. Der Politikwissenschaftler hat die Zeitschrift seit 1993 geprägt und ihr ein unverwechselbares Profil verliehen. Mit gewerkschaftlicher Grundorientierung veranschaulicht sie Recht und Gesetz im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Sie vermittelt Standpunkte aus der Wissenschaft und der Praxis und sie greift die aktuellen Themen und Trends der Arbeitswelt auf: Arbeitsverdichtung, steigende Arbeitszeiten, Psychostress. Inzwischen hat Beate Eberhardt die redaktionelle Verantwortung übernommen, die bereits seit einigen Jahren in der Redaktion mitgearbeitet hat. Der Wechsel war auch Thema im Februar-Heft der "Gute Arbeit" (Seite 3).
Weitere Themen im März
Die Ausgabe 3/2012 bietet weitere Beiträge zu aktuellen Themen wie
- Eingliederungsmanagement: Das BAG stärkt die Überwachungsrechte des Betriebsrats
- Arbeitsbedingte Erkrankungen: Ahnungslose Bundesregierung oder Missachtung des Parlaments?
- Psychostress am Arbeitsplatz sorgt auch für mehr Herzinfarktrisiken
Neu im Februar 2012
Arbeitsschutzaufsicht: Feuerwehreinsätze genügen nicht
Zusätzliche Aufgaben, aber seit Jahren immer weniger Personal. Und der Arbeitsschutz selbst wird anspruchsvoller. Alleine der Erhalt der psychischen Gesundheit der Beschäftigten erfordert enorme Anstrengungen und Ressourcen – auch der Arbeitsschutzbehörden. Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie hat beachtliche konzeptionelle Fortschritte gebracht. Zugleich befinden sich die Aufsichtsorgane des Arbeitsschutzes seit Jahren in einem dramatischen Schrumpfungsprozess. Eine Besserung ist bisher nicht erkennbar. Experten kritisieren: Die Aufsichtsorgane können nur noch dort tätig werden, wo es brennt. Feuerwehreinsätze alleine können das Problem nicht lösen. Ein zeitgemäßer Arbeitsschutz braucht Systematik und eine klar erkennbare strategische Ausrichtung. Und zwar nicht nur auf dem Papier. Er muss in den Betrieben und öffentlichen Verwaltungen auch wirksam werden können. Unser Themenschwerpunkt im Februar enthält neben einem Grundsatzbeitrag des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Guntram Schneider, einem Interview mit dem Arbeitsrechtler Professor Wolfhard Kohte und einem Beitrag von Steffen Röddecke (Arbeitsschutzaufsicht Bremen) sowie einem Datenüberblick weitere Beiträge, die das Problem aus gewerkschaftlicher Sicht beleuchten.
Burnout: IG Metall fordert – nicht nur reden, sondern handeln!
Psychische Störungen und insbesondere Burnout nehmen in der Arbeitswelt weiter zu. IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban nutzte die Präsentation des »Jahrbuches Gute Arbeit 2012«, um das Bundesarbeitsministerium zu konkreteren Regelungen gegen Arbeitsstress aufzufordern. Ministerin von der Leyen hatte Informationskampagnen zum Thema Burnout angekündigt und ansonsten die Auffassung vertreten, das Arbeitsschutzgesetz reiche als Regelungsgrundlage aus, um dem Problem zu begegnen. Die IG Metall forderte dagegen, die Ministerin solle nicht nur reden, sondern auch handeln. Die Politik müsse den Arbeitgebern ihre Verantwortung und Verpflichtung nachdrücklicher aufzeigen und diese auch durchsetzen. Das erfordere eine konkretere und verbindliche Regelungsgrundlage. Unseren Beitrag dazu können sie hier auch im Volltext lesen.
Arbeitswelt ohne Inklusion?
Verbände und Gewerkschaften sind die Treiber für gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Die Bundesregierung dagegen hat kein überzeugendes Konzept zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie muss zum Jagen getragen werden, kritisiert ver.di-Vorstandsmitglied Elke Hannack im Februarheft. Sie fragt: Was muss getan werden, damit Inklusion in der Arbeitswelt und im Bildungssystem endlich vorankommt? Und wie gelingt es, mit der UN-Konvention eine gesellschaftspolitische Reformperspektive zu schaffen? Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe.
Beleuchtung am Arbeitsplatz
Die bisher noch wenig bekannte und für die Praxis noch kaum genutzte neue Arbeitsstättenregel ASR A3.4 enthält Mindestanforderungen an die natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsplätzen. Sie betrifft Werkhallen ebenso wie Büros. Betriebsräte haben hier Überwachungs- und Mitbestimmungsrechte. Wir informieren darüber, was die Arbeitsstättenregel Neues bringt. Ergänzt wird unser Beitrag durch ein Interview mit Andrea Fergen. Die IG Metallerin ist stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Arbeitstätten und hat auf der Gewerkschaftsseite maßgeblich an der neuen Arbeitsstättenregel mitgewirkt. Lesen Sie dazu unsere Beiträge im Februarheft.
Hoch belastend: Arbeit im Krankenhaus
Arbeitsqualität im Krankenhaus: Wie beurteilt das Personal selbst die Lage? Auswertungen des DGB-Index Gute Arbeit zeigen: Nur 9% der Beschäftigten haben gute Arbeitsbedingungen. Dieses Ergebnis fällt weit hinter die Werte anderer Branchen zurück. Besonders um das Einkommen, die Aufstiegschancen und die Arbeitsintensität ist es schlecht bestellt. Mit einer neuen Studie setzt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihre Arbeitsberichterstattung aus der Sicht der Beschäftigten mit den Krankenhaustrends fort. Unser Beitrag im Februarheft fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Weitere Themen im Februar
Die Ausgabe 2/2012 bietet weitere Beiträge zu aktuellen Themen wie:
- Der Führungsstil ist mitverantwortlich für die Entstehung von Mobbing
- Zukunft der Arbeit – der neue BKK-Gesundheitsreport ist erschienen
- Mehr Unfälle: Der aktuelle Bericht der Bundesregierung "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" (SUGA) liegt vor. Wir geben einen Überblick.
Januar 2012
Zukunftsaufgabe Arbeitsschutz
Arbeitsschutz als Zukunftsaufgabe gewinnt an Bedeutung. Das zeigen die regelmäßigen Befragungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung unter Betriebs- und Personalräten. Der Stellenwert des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist dabei immer weiter nach oben gerückt. Das hat gute und vielfältige Gründe: Auch nach dem vorläufigen Ende der Krise sind die Arbeitsbelastungen größer geworden, haben unsichere und somit auch belastende Arbeitsbedingungen weiter um sich gegriffen. Arbeitsschutz als Zukunftsaufgabe ist insofern etwas sehr Vielfältiges und Facettenreiches. Einige dieser Facetten, die auf der vergangenen A+A in Düsseldorf eine Rolle spielten, werden in der Januarausgabe vorgestellt. So beispielsweise das Thema der ausgeprägten psychischen Belastungen im Lehrerberuf. GEW-Vorstandsmitglied Anne Jenter berichtet, wie sich ihre Gewerkschaft hier für eine ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung unter Einschluss der psychischen Belastungen engagiert. Iris Becker stellt die IG Metall-Initiative "Gute Arbeit im Büro" vor. Betriebsrat Oliver Meier beschreibt, wie in seinem Betrieb die nicht ganz leichte Aufgabe begonnen wurde, die DGUV Vorschrift 2 mit ihren anspruchsvollen Zielsetzungen anzuwenden. Und wie sie auch genutzt werden kann, um dem Psychostress am Arbeitsplatz zu Leibe zu rücken. Norbert Kluger stellt ein interessantes Projekt aus dem Bereich des Gefahrstoffschutzes vor: Nämlich wie es gelingen kann, die notwendigen Sicherheitsinformationen zu Baustoffen über die ganze Lieferkette vom Produzenten bis zum Endabnehmer zur Verfügung zu stellen. Mehr dazu im Januarheft.
Arbeitsunfälle: Mit der Konjunkturbelebung nahm die Unfallhäufigkeit wieder zu
Nachdem die Unfallhäufigkeit im Krisenjahr 2009 zurückgegangen war, stieg sie im Folgejahr 2010 mit der konjunkturellen Belebung wieder an, und zwar sowohl bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften als auch bei den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand. Auch bei den tödlichen Unfällen ging die Unfallquote leicht nach oben. Auf sehr lange Sicht hat das Risiko eines Arbeitsunfalls seit den 1960er Jahren allerdings deutlich abgenommen. Gute Arbeit-Autor Uwe Lenhardt analysiert das Unfallgeschehen auf der Basis der Daten der gesetzlichen Unfallversicherung. Lesen Sie dazu hier unseren Beitrag aus dem Januarheft.
Arbeitsschutz – ein weißer Fleck auf der Landkarte
Mehr als die Hälfte der Kleinunternehmer kennt kein einziges Gesetz zum Thema Arbeitsschutz. Die im Arbeitssicherheitsgesetz geregelte sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung ist den allermeisten Geschäftsführungen kleiner Betriebe nahezu unbekannt. In drei von fünf Betrieben weiß die Leitung nichts von einer Gefährdungsbeurteilung. Solche Ergebnisse einer jetzt veröffentlichten Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin stimmen bedenklich. Wir fassen die Ergebnisse der Studie im Januarheft zusammen.
Basisarbeit und Beratung
Den demografischen Wandel hat Joachim Rometsch in seiner Eigenschaft als Gesamtvertrauensperson ständig im Blick. Er arbeitet in Balingen in einem Produktionsbetrieb für Sägeblätter. Eine Schwerbehindertenvertretung gibt es dort seit 20 Jahren. Gerade körperlich schwer arbeitende Beschäftigte in einer älter werdenden Belegschaft brauchen eine Instanz, die sich für gute Arbeitsgestaltung, Arbeitsplatzhilfen und Arbeitserleichterungen einsetzt. Mehr dazu in unserer Rubrik "Prävention & Teilhabe" im Januarheft.
Was sind eigentlich Nanomaterialien?
Viele Fragen im Zusammenhang mit der inzwischen weit verbreiteten Herstellung und Verwendung von Nanomaterialien noch ungeklärt. Wer damit arbeitet, fühlt sich oft schlecht informiert. Henning Wriedt gibt im zweiten Teil seines Beitrags im Januarheft einen Überblick darüber, welche Eigenschaften Nanomaterialien haben, wie die von ihnen ausgehenden Risiken einzuschätzen sind und welcher Regelungsbedarf dazu besteht.
Weitere Themen im Januar
Die Ausgabe 1/2012 bietet weitere Beiträge zu aktuellen Themen wie
- Bauwirtschaft: Arbeitsschutz soll besser werden
- Werkverträge – die neue Prekarität
- DGB-Index Gute Arbeit im Betrieb
- Lärmprävention in Büro und Produktion
Die Ausgabe 1/2012 enthält außerdem wieder Buchtipps, zahlreiche Kurzmeldungen und Hinweise auf Seminare, Kongresse und Veranstaltungen, die sie hier auch online lesen können.



