Die Februarausgabe

behauptet: "Feuerwehreinsätze genügen nicht"Zur Februarausgabe

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Zeitbombe Arbeitsstress - Befunde, Strategien, Regelungsbedarf

Die Zeitbombe Arbeitsstress tickt. Jede/r zweite Beschäftigte leidet heute unter starkem Zeit- und Termindruck. Arbeitszeiten laufen wieder aus dem Ruder. Chronische Erschöpfung, Burnout & Co. machen sich breit. Depressionen und andere psychische Erkrankungen haben dramatisch zugenommen. Doping am Arbeitsplatz gehört zum Alltag. Die exzessiv vernutzte Arbeitskraft wird zum Wegwerfartikel. Sie soll viel leisten und möglichst wenig kosten. Aufschwung – das ist vor allem die Konjunktur der schlechten, unsicheren Jobs.

www.gute-arbeit-praxis.de.

Video zu Gute Arbeit

Lothar Schröder und Hans-Jürgen Urban zu Gute Arbeit: Video als Flash- oder MP4-Film starten.

Neu im Februar 2012

Arbeitsschutzaufsicht: Feuerwehreinsätze genügen nicht

Zusätzliche Aufgaben, aber seit Jahren immer weniger Personal. Und der Arbeitsschutz selbst wird anspruchsvoller. Alleine der Erhalt der psychischen Gesundheit der Beschäftigten erfordert enorme Anstrengungen und Ressourcen – auch der Arbeitsschutzbehörden. Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie hat beachtliche konzeptionelle Fortschritte gebracht. Zugleich befinden sich die Aufsichtsorgane des Arbeitsschutzes seit Jahren in einem dramatischen Schrumpfungsprozess. Eine Besserung ist bisher nicht erkennbar. Experten kritisieren: Die Aufsichtsorgane können nur noch dort tätig werden, wo es brennt. Feuerwehreinsätze alleine können das Problem nicht lösen. Ein zeitgemäßer Arbeitsschutz braucht Systematik und eine klar erkennbare strategische Ausrichtung. Und zwar nicht nur auf dem Papier. Er muss in den Betrieben und öffentlichen Verwaltungen auch wirksam werden können. Unser Themenschwerpunkt im Februar enthält neben einem Grundsatzbeitrag des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Guntram Schneider, einem Interview mit dem Arbeitsrechtler Professor Wolfhard Kohte und einem Beitrag von Steffen Röddecke (Arbeitsschutzaufsicht Bremen) sowie einem Datenüberblick weitere Beiträge, die das Problem aus gewerkschaftlicher Sicht beleuchten.

Burnout: IG Metall fordert – nicht nur reden, sondern handeln!

Psychische Störungen und insbesondere Burnout nehmen in der Arbeitswelt weiter zu. IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban nutzte die Präsentation des »Jahrbuches Gute Arbeit 2012«, um das Bundesarbeitsministerium zu konkreteren Regelungen gegen Arbeitsstress aufzufordern. Ministerin von der Leyen hatte Informationskampagnen zum Thema Burnout angekündigt und ansonsten die Auffassung vertreten, das Arbeitsschutzgesetz reiche als Regelungsgrundlage aus, um dem Problem zu begegnen. Die IG Metall forderte dagegen, die Ministerin solle nicht nur reden, sondern auch handeln. Die Politik müsse den Arbeitgebern ihre Verantwortung und Verpflichtung nachdrücklicher aufzeigen und diese auch durchsetzen. Das erfordere eine konkretere und verbindliche Regelungsgrundlage. Unseren Beitrag dazu können sie hier auch im Volltext lesen.

Arbeitswelt ohne Inklusion?

Verbände und Gewerkschaften sind die Treiber für gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Die Bundesregierung dagegen hat kein überzeugendes Konzept zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie muss zum Jagen getragen werden, kritisiert ver.di-Vorstandsmitglied Elke Hannack im Februarheft. Sie fragt: Was muss getan werden, damit Inklusion in der Arbeitswelt und im Bildungssystem endlich vorankommt? Und wie gelingt es, mit der UN-Konvention eine gesellschaftspolitische Reformperspektive zu schaffen? Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe.

Beleuchtung am Arbeitsplatz

Die bisher noch wenig bekannte und für die Praxis noch kaum genutzte neue Arbeitsstättenregel ASR A3.4 enthält Mindestanforderungen an die natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsplätzen. Sie betrifft Werkhallen ebenso wie Büros. Betriebsräte haben hier Überwachungs- und Mitbestimmungsrechte. Wir informieren darüber, was die Arbeitsstättenregel Neues bringt. Ergänzt wird unser Beitrag durch ein Interview mit Andrea Fergen. Die IG Metallerin ist stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Arbeitstätten und hat auf der Gewerkschaftsseite maßgeblich an der neuen Arbeitsstättenregel mitgewirkt. Lesen Sie dazu unsere Beiträge im Februarheft.

Hoch belastend: Arbeit im Krankenhaus

Arbeitsqualität im Krankenhaus: Wie beurteilt das Personal selbst die Lage? Auswertungen des DGB-Index Gute Arbeit zeigen: Nur 9% der Beschäftigten haben gute Arbeitsbedingungen. Dieses Ergebnis fällt weit hinter die Werte anderer Branchen zurück. Besonders um das Einkommen, die Aufstiegschancen und die Arbeitsintensität ist es schlecht bestellt. Mit einer neuen Studie setzt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihre Arbeitsberichterstattung aus der Sicht der Beschäftigten mit den Krankenhaustrends fort. Unser Beitrag im Februarheft fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Weitere Themen im Februar

Die Ausgabe 2/2012 bietet weitere Beiträge zu aktuellen Themen wie:

  • Der Führungsstil ist mitverantwortlich für die Entstehung von Mobbing
  • Zukunft der Arbeit – der neue BKK-Gesundheitsreport ist erschienen
  • Mehr Unfälle: Der aktuelle Bericht der Bundesregierung "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" (SUGA) liegt vor. Wir geben einen Überblick.

Die Ausgabe 2/2011enthält außerdem wieder zahlreiche Kurzmeldungen und Hinweise auf Seminare, Kongresse und Veranstaltungen, die sie hier auch online lesen können.